Von Körnern, Kakadus und Koalas
In Mission Beach konnten wir endlich mal die uns empfohlenen „Big4″-Campingplätze testen. Daumen hoch für diese Campingplatzkette. Im Vergleich zu anderen Plätzen sehr aufgeräumt, organisiert und sauber…und mit auffällig vielen Rentnern. Die Australier sind scheinbar ein Volk der Camper. Überall auf den Campingplätzen begegnen einem campende Australier.
Auch scheinen die Australier ein Volk von Müsli-Essern zu sein. Zu unserer Freude gibt es hier in jedem Supermarkt eine großer Auswahl verschiedenster Müslis. Bisher dachte ich, Müsli wäre typisch deutsch…zumindest in Kalifornien war Müsli eher ein Luxusartikel.
Nach nur einer Nacht in Mission Beach ging es gestern weiter nach Townsville. (Für unsere Freunde mit dem Finger auf der Landkarte: Weiter nach unten)
Von Townsville fahren die Fähren nach Magnetic Island. Einem 52km² großen Eiland acht Kilometer vor der Küste. Hier soll es angeblich Koalas in freier Wildbahn zu sehen geben. Über unser Glück mit den australischen Wildtieren habe ich ja bereits an dieser Stelle berichtet. Mittlerweile haben wir zumindest lebende Wallabies und Kanguruhs gesehen. Aber so wirklich erquickend war die Ausbeute an Wildtiersichtungen bisher noch nicht. Das „lustigste“ sind eigentlich immer noch die „Lorikeets“ die wir hier auf dem Capmingplatz in Townsville haben. Die bunten Papageien treffen sich morgens zu Duzenden auf den Bäumen unseres Campingplatzes und halten erstmal ausführlich untereinander Schwätzchen. Die Lautstärke in der die neusten Papageiennachrichten erzählt werden ist beeindruckend. Wer bis jetzt noch nicht wach war, ist es jetzt.
Guten Mutes brechen wir also heute morgen im Regen (ja wiedermal (leichter) Regen!) nach Magnetic Island auf. Dort angekommen, fahren wir weiter mit dem Bus an die Horseshoe Bay im nördlichen Teil der Insel. Das Wetter wechselt, die Sonne kommt raus und ich sehe meinen ersten freilebenden Kakadu ![]()
Wobei Sichten auch bei Kakadus wohl erstmal mit Hören verbunden ist. Irgendwo am Rande des Strandes tobte eine wilde gefiederte Auseinandersetzung, die ich mir näher ansehen wollte. Einer der Beteiligten (der Lautstärkste) war eine wunderschöner weiß-gelber Kakadu, der sich gerade mit 2 schwarz-weiß gefiederten Raben über die aktuellen Baumbesitzansprüche einigte.
Na, so kann’s weiter gehen! Wir fangen an zu wandern, zurück Richtung Fähre. Die Köpfe immer mal nach oben um evtl. verschlafen rumhängende Koalas zu sichten, mal nach unten um evtl. Schlangen auszuweichen. Wir rennen von einer schönen Bucht in die andere, sehen aber keine Koalas. Auch sonst hüpft, kriecht, fliegt hier nicht viel. Der Rest der Insel scheint nahezu steril zu sein!
Als das Wetter am Nachmittag wiedermal kippt und es anfängt zu regnen, brechen wir unsere Suche ab. Laut Werbeprospekt muss man hier nur an den Bäumen schütteln und die kleinen Bärchen fallen einem in die Arme, aber nix is. Guten Tag, ich will mein Geld zurück!
Kurzum, Magnetic Island ist landschaftlich ganz schön, aber das Wildlife hält sich dort nach unserer Erfahrung genauso versteckt, wie auf dem Rest des Kontinents.
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When the going get tough…
Im Regen ging es vom Cape Tribulation zu den Atherton Tablelands etwas ins
Landesinnere. (Für die Leute mit dem Finger auf der Landkarte: Vom Cape Tribulation nach links unten…). Vorbei an der Touristadt Kuranda immer weiter ins Landesinnere Richtung Atherton. Zwischendurch machten wir Halt an einer Farm am Rand des Highways, um uns mit frischem Obst einzudecken. Mandarinen, Orangen, Tomaten, Auberginen, Bananen alles frisch vom Baum/Strauch…für wenig Geld. Am Strassenrand, als ständiger Begleiter: tote Wallabies/Kanguruhs. Von den Wildunfällen hatten wir schon viel gehört vor allem in der Nacht soll es nicht ohne sein, hier zu fahren.
Zwischendurch Halt an einem Vulkankratersee und immer weiter ins Landesinnere. Bis spätestens 21:00h sollten wir an unserem Ziel angekommen sein: dem Campingplatz im Undara Volcanic National Park. Unser Problem: Das Wetter wird hier oben immer schlechter, neben dem Regen stellt sich jetzt auch noch Nebel ein und „bei der einbrechenden Dämmerung ist mit baldiger Dunkelheit zu rechnen.“ (Die kursiv gesetzte Weisheit ist aus einer Bundeswehr ZBV für den Soldaten zu Land…hat sich doch gelohnt jedient zu haben!) Mit Dunkelheit ist hier momentan so schon geben 6-7 Uhr zu rechnen, also recht früh.
Auch gegen meinen Ratschlag hin die Reise auf halben Weg in Ravenshoe abzubrechen und den Nationalpark, Nationalpark sein zu lassen, gibt Silke nicht auf. Eine Frau (fast) alleine gegen die Elemente. Einige Strassenabschnitte sind nur mit 20km/h befahrbar, weil man fast nichts sieht. Aber wir bahnen uns weiter unseren Weg. When the going get though, the tough get’s going.
Irgendwo hinter den Misty Mountains (die heißen wirklich so!) verschwindet wenigstens der Nebel und die Fahrt wir etwas angenehmer…aber nicht lange. Hier hinten fängt das Outback an und „normale“ Straßen hören auf. Aus zwei asphaltierten Spuren wird eine, die links und rechts mit jeweils 2 Metern planiertem roten Schotterweg flankiert ist. Sobald Gegenverkehr auszumachen ist, fährt jeder der Verkehrsteilnehmer halb nach links auf den Schotter um den jeweils anderern passiern zu lassen. Noch über 120km…Fahrt.
Jetzt haben wir einen Sattelschlepper vor uns. Das ist unsofern gut für uns, dass wenn irgendein Tier (Kanguruh, Kuh, Schaf, …) auf die Strasse rennt unser großer Freund das arme Vieh ordentlich filletiert und wir nur noch den Scheibenwischer betätigen müssen. Mount Garnet, unser Truckerfreund verabschiedet sich, wir fahren tapfer weiter.
Gegen 20:45h haben wir es dann tatsächlich geschafft. Der Eingang des Nationalparks ist erreicht. Jetzt noch schnell zur Lodge und gut is…
So schnell wird daraus leider nichts. Die bis hierhin wenigstens halbwegs asphaltierte Strasse geht jetzt in eine Schotterpiste über, die von der letzten Überfluttung über kleine betonharte Rillen verfügt. Der Wohnbereich unseres Campervans klappert das einem die Ohren wegfliegen und vor meinem geistigen Auge sehe ich uns schon mitten in der Nacht vor einem VW Bus Puzzle stehen.
20:58h es ist vollbracht wir stehen vor der Rezeption der Lodge. Einchecken, einparken, einschlafen.
Wieder, haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Einchecken, geht noch. Einparken nicht mehr so ganz. Der uns zugewiesene Campingground „13 or 14… take what’s free“ ist besetzt. Sowohl 13 als auch 14. Prima. Na, die haben’s hier aber organisatorisch voll raus. Ich gehe erst ‘mal zu Fuß weiter und suche irgendeinen freien Campingground. Nach minutenlangem sinnlosen Umherrirren erbamt sich ein älteres australisches Camperpärchen: „No problem. You can park here. No worries!“.
Endlichen wir können einparken und einschlafen…
Für den nächsten Tag haben wir eine Tour durch die Lavacaves gebucht. Die größten Lavahöllen der Welt gibt es hier zu sehen. Und sie sind wirklich gigantisch. Unterirdische Höhlen, die von Lavastörmen geformt wurden.
Und auch überirdisch ist es nicht weniger interessant. Das Outback. Eigentlich dachten wir, dass wir es auf unserer Ostküsten-Tour überhaupt nicht zu sehen bekommen, aber jetzt ist es da. Rote Erde, karge Vegetation…das Outback.
Gegen Mittag brechen wir schon wieder auf. Zurück Richtung Küste über Millaa Millaa, das in etwa so aussieht wie das Alpenvorland. Sogar Holsteiner Kühe gibt es hier. Die Illusion ist fast perfekt, würden da nicht die Palmen am Wegesrand stören. Tagesziel heute: Mission Beach.
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Die australiche Tierwelt…
…soll ja dem Hörensagen nach, gaaanz toll sein. Das können wir bisher nicht bestätigen. Außer ein paar ganz lustiger Vögelchen haben wir bisher noch nicht viel gesehen (wenn man mal das Great Barrier Reef nicht mitzählt). Keine Schlangen oder Spinnen (gut, daß wir die bisher noch nicht gesehen haben, ist jetzt nicht sooo schlimm), auch kein Känguruh oder Cassowary die laut Strassenschild hier hinter jeder Kurve lauern. Das Spektakulärste von dem ich berichten kann, ist ein ca. 3cm großer „Ohrenkneifer“ auf der Toilette des Campingplatzes in Cape Tribulation. Wenn das mal nicht sensationell ist…
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It’s the wrong one
…bekommt man auf einem australischen Campingplatz gesagt, wenn man versehentlich in den falschen Camper einsteigt.
Aufgemerkt Campingurlauber: Auf einem Campingplatz stehen viele Campler und viele sehen gleich aus (vor allem Nachts). Daher immer gut
merken welcher Camper der Deine ist und wo er steht. Sonst ist man (besser Frau) ganz schnell in…“the wrong one“
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It’s the end of the world as we know it…and I fell fine
Nach langer Internetabwesenheit melden wir uns zurück. Die Internetverbindungen waren in letzter Zeit sehr rar bzw. teuer und schon gar nicht Wireless. Daher gibts jetzt umso mehr aufzuholen…
Nach unserem Billigflug mit JetStar von Sydney nach Cairns (so ziemlich der unbequemste Flug den ich bisher erlebt habe) verbrachten wir einen Tag in einer Jugendherberge in Cairns. Der Strom an deutschen Backpackern den wir noch in Sydney erlebt haben, riss hier auf einmal ab. Das Publikum erschien bunt gemischt. Cairns selbst ist nach Sydney -sagen wir mal- eher etwas dünne.
So verstand der Taxifahrer auf der Fahrt vom Flughafen zum Hostel meine Frage: Wenn wir den jetzt endlich in die Stadt kämen…nicht so ganz recht. Ich meinte das Stadtinnere, also Downtown, mit engen Häuserschluchten, vielen hektischen Geschäftsleuten bei der Mittagspause usw.
Tja, dass war ja ein prima Einstand mit den Einheimischen. Wir waren nämlich schon Downtown und nicht in den Suburbs (Vororten), wie ich meinte. Ich merkte schon Cairns und ich werden gaaanz dicke Freunde. Bei genauer Betrachtung fingen die Missverständnisse jedoch schon vorher an. Die Leute hier „oben“ haben nämlich einen ganz eigene Auffassung was die englische Sprache bzw. Aussprache angeht. Kurzum sie sprechen breitestes Slang, was den mir bekannten amerikanischen bzw. Oxford-englischen Dialakten nur bedingt ähnlich ist.
Beim ersten Kontakt mit oben bereits erwähnten Taxifahrer mussten sich meinen Ohren daher auch erstmal ca. 30 Sekungen neu ausrichten, bis sie überhaupt irgendetwas verstanden haben. Auf meine Frage, wieviel das Taxi zum Hostel den kosten solle, fing der Taxifahrer an und blapperte im breitesten Slang erstmal munter drauf los. Meinem Gesicht war wohl zu entnehmen, daß ich so überhaupt gar nichts verstand, sodass er anfing umzuformulieren. Das half mir natürlich auch nicht weiter. Ich dachte der will mich hochnehmen. Nach einer halben Minuten intensivsten Nichtverstehens auf meiner Seite, fing er dann eigentständig nochmal von ganz vorne an mit einem freundlichen: „G’day mate!“ Das konnte ich dann so nach der 3 Wiederholung irgendwannmal erkennen und danach schien sich Ohr und Gehirn an den merkwürdig anmutende Kauderwelsch gewöhnt zu haben.
Zu Cairns selbst gibt’s nicht viel zu erzählen. Der Strand und das Meer waren eher enttäuschend, was aber bei Ebbe nicht wirklich verwunderlich ist.
Highlight in Cairns war der Empfang unseres Campervans. Die Leute bei der Vermietung waren sehr nett (teilweise deutschsprechend, was bei tech. Fragen doch immer nochmal hilft) und haben uns ein fast neues Auto (~4000km) hingestellt.
Der umgebaute VW Bus hat alles was man sicht wünscht: Fernseher mit DVD-Player (an der justage des TV-Empfangs arbeiten wir noch…), Kühlschrank mit Gefrierkombi, 2 Gasplatten, Spüle, ein 2m Bett für uns und ein weiteres optionales 1,80m Bett falls mal Gäste kommen (…gut bisher kamen noch keine Gäste und es sieht auch nicht so aus, als würde spontan noch jemand vorbeikommen, aber man will ja vorbereitet sein…). Kurzum zufrieden starteten wir unsere Tour nach Cape Tribulation.
(Falls jemand mit dem Finger auf der Landkarte mitfährt…von Cairns aus nach oben)
Cape Tribulation ist für uns der nördlichste Punkt den wir mit dem Campervan erreichen können, denn danach geht’s nur noch per Allradantrieb weiter Richtung Norden.
Cape Tribulation liegt mittem in einem der ältesten Regenwälder der Welt (dem ältesten Regenwaldes Australiens) und besteht eigentlich nur aus einem Shop, einem Campingplatz und einem Hostel mit einem weiteren Campingplatz. Hinter unserem Campingplatz war direkt der Strand (ca. 10m) über den das Foto wohl genug aussagt. Hier lässt es sich aushalten.
Am ersten Tag nach unserer Ankunft sind wir mit einem Guide (wirklich nur wir und der Guide!) auf eine Regenwaldtour gegangen.
Wichtig auf der Wanderung war erstmal zu lernen, was wir alles anfassen dürfen und was lieber nicht. Die Blätter des Stinger Tree sollten wir lieber nicht anfassen, da er 2-3 Tage höllische Schmerzen auf der Haut verursacht, welche auch Wochen später immer mal wieder plötzlich auftauchen können. Im Extremfall, wenn zu große Hautflächen betroffen sind, ist auch ein außerplanmäßiges Ableben des Opfers drin. Die ganzen anderen lustigen Früchte und Pflanzen sollten wir auch nicht einfach so aus langeweile essen, da „most of the stuff here is extremly venomous.“. Schade, hatte ich mir doch in den Kopf gesetzt in den Urwald zu gehen und alles abzugrasen…naja, daraus wird wohl nix.
Auch wenn es jetzt vielleicht erstmal nicht so klingt, die Tour war Spitze! Mick, unser Guide, ist ein echter Regenwald-Aussie der sehr viel über den Regenwald zu berichten hatte. Die Cassowary Plum (Helmkasuar Pflaume) ist für den Menschen eigentlich exterm giftig (Leber und Nierenversagen). In extremer Verdünnung wir der Giftstoff jedoch als Aidsblocker benutzt.
Auch interessant für die nächste Hobbythek mit dem Thema „Heute, da maache mer uns Nasenspray“: Reist man der grünen Waldarmeise (ca. 1cm groß) den Hinterleib ab und quetsch sich den so gewonnenen Hintern in der eigenen Nase aus, bläst es einem ordentlich die Nebenhöhlen frei. Wer hätte das gedacht?
Mit freien Nebenhöhlen und müde vom Wandern ging es zum Abschluß an einen kleinen Creek in dem wir zur Abkühlung schwimmen durften.
Nach mehrfacher Rückfrage bei Mick bezüglich Crocodiles „and other dangerous animals“ stand dem Badespaß nichts mehr im Wege, da Schnappi und seine Freunde definitiv nicht bis in diesen Teil des Flusses kämen…also bisher wären sie noch nie so weit oben am Creek gewesen.
Tag zwei startete mit Regen, endete mit Regen und es sollte auch nicht mehr zu regnen aufhören bis wir wieder aus Cape Tribulation draußen waren.
Bisher hatten wir immer Sonnenschein (evtl. leichte Wolken) und angenehme 20 + x Grad Celsius. Gerade an unserem Ausflugstags zum Great Barrier Reef fing es an zu Schütten was das Zeug hielt. Naja, heißt halt auch nun mal Regenwald die Ecke hier…
Für den Seegang unseres Katamarans hieß der Regen nichts Gutes. Der ein oder andere Passagier kämpfe mit seinem Frühstück, wärend wir uns (inkl. Frühstück) in die miefigen Neoprenanzüge quetscheten.
Die Passagiere auf dem Boot bestanden aus zwei Gruppen:
- Gruppe 1: Die sportlich ambitionierten Taucher mit Tauchschein
- Gruppe 2: Die Schnorchler
Wir waren bei den „Schnorchlies“. Als „Schnorchlie“ bekommt man einen Neoprenanzug an, damit es einem im 22°C warmen Wasser nicht allzuschnell kühl wird, zieht sich lustige Pinguinflossen an, bekommt einen Taucherbrille mit Schnorchel und eine Poolnudel damit der Auftrieb besser ist. Als Taucher bekommt man einen Neoprenanzug und Pinguinflossen, zieht eine Taucherbrille auf um dann zu guter Letzt einen tonnenschweren Metalapparat auf den Rücken geschnalt zu bekommen. Damit wird man dann rückwärts über Board geworfen.
Als „Schnorchlie“ lässt man sich hinten an Heck langsam ins Wasser platschen und paddelt dann gemütlich um das Boot herum. Der Warmbadetag lässt grüßen.
Zum Mittagessen sind die „Schnorlies“ dann alle ganz schnell wieder an Board und als Erste beim Essen, während die Taucher noch im Wasser sind, bzw. zu spät zum Essen kommen, weil sie dich erstmal von der Ausrüstung befreien müssen.
Tja, so ist das nun mal in der Tierwelt. Die Alphatiere kommen immer zuerst an den Futternapf.
Nach dem Mittagessen gings dann nochmal etwas raus zum plantschen und danach zurück an Land.
Wie bereits erwähnt: Es regnete. Und die paar Tropfen von oben konnten dann die Begeisterung von dem, was man unter Wasser als tapferer „Schnorchlie“ sah nicht wirklich trüben. Die buntesten und interessantesten Korallen direkt wenige Meter unter uns. Bunte Fische, die man sie bestenfalls nur aus dem Aquarium kennt. Einfach Wahnsinn!
Begeistert von unserer Great Barrier Reef Tour, sowie der Regenwaldtour gings es dann am Mittwoch ab Richtung Süden in die Atherton Tablelands…
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Ferienspiele waren gestern…
…heute ist Australien Urlaub. Früher wurde man von seinen Eltern in den großen
Sommerferien u.U. in die Ferienspiele verfrachtet. Heutzutage wird man nach Australien geschickt. Zumindest ist das der Eindruck, wenn man in unserem Hostel im Frühstücksraum sitzt. Amtsprache ist dort auf einmal Deutsch, da ca. 90% der Gäste deutsch und im abifähigen Alter sind. Auffällig ist der starke Überhang weiblicher Reisender. Wo sind die Jungs…? Wahrscheinlich haben die den Schuss nicht gehört und gehen noch brav in die Ferienspiele. Oder folgen die Abiturientinnen irgendwelchen Erdmagnetfeldern, die vom männlichen Teil der Bevölkerung nicht geortet werden können, und ziehen deshalb einsam nach dem ABI -völkerwanderungsgleich- nach Australien? Sowas gehört mal wissenschaftlich Untersucht! Kein Wunder, dass es in Deutschland so viele Singles gibt, … So kann das ja nix werden!
Verlässt man das Hostel verlieren sich die germanischen Gefährt(inn)en jedoch recht schnell und die Asiaten dominieren das Straßenbild. Und mit ihnen dutzende Marktstände und Läden in denen man Souveniers kaufen kann. Der australische Souvenierhandel (zumindest hier in Sydney) ist fest in asiatischer Hand.
Wir halten uns aber bisher mit dem Kauf diverser Souveniers brav zurück, da morgen unser Inlandsbilligflug ansteht, bei dem nur 20kg Gepäck gestattet sind.
Los gehts morgen um 07:05h vom Flughafen in Sydney von wo uns ein Flieger nach Cairns bringen wird. Dort bleiben wir noch einen Tag in einem Hostel, um danach unseren Campervan entgegenzunehmen. 07:05h Abflug bedeutet für uns aufstehen um 04:30h. Das ist genau die Zeit in der sich unser Körper -Jetlagbedingt- immer nochmal auf 6 Stunden schlaf freut. Bisher sehen unsere Schlafgewohnheiten in etwa so aus: gegen 24:00h erste ernstzunehmende Versuche Schlaf zu finden. Hierbei handelt es sich aber mehr um einen Erschöpfungsschlaf, den der Körper widerwillig eingeht nach der Rennerei den ganzen Tag. Gegen 2-3h ist er dann genug erholt und der Körper ist wieder fit. Ab 4-5 Uhr (deutsche Zeit: 20-21 Uhr) freut sich der Körper auf eine gesunde Portion Schlaf… Kurzum, die Schlafgewohnheiten sind noch optimierbar.
Nun aber weniger von uns und mehr von der Stadt: Hier gibt es einfach wenig zu meckern… Sydney (Achtung bitte bei der Aussprache! Nicht „Sidnaiiii“ (lang und breitgekaut) sondern „Sidni“ (klein und nasal)) ist einfach toll! Und viel gesehen haben wir natürlich auch wieder:
- Gestern
- The Rocks (Die Ersten Siedlung von Sydney. Hier haben wir eine geführte Wandertour gemacht. Sehr, sehr empfehlenswert!)
- Harbour Bridge bestiegen (Hier kann man ordentlich Geld lassen (wie überall in Sydney) (ca. 170-190$) wenn man sich entschließt auf dem Stahlbogen der Brücke entlangzuklettern. Billiger (9$) und mit genauso schönem Ausblick gehts auch, wenn man einfach die Pfeilertürme der Brücke besteigt…)
- Abends: Essen gehen in The Rocks (Sehr lecker! Restaurant mit eigenem Cookhouse. D.h. man geht an eine Fleisch/Fischtheke im Restaurent und sucht sich einen Lappen Fleisch (Fisch) aus, den man sich dann selbst über dem Grill zubereiten kann. Dazu Salatbuffet.)

- Auf dem Nachhauseweg: Circular Quay (Hafenpromenade von Sydney um Nachtfotos von Brücke und Oper zu schießen. Dank eines Tipps eines netten (amerikanischen!?) Touris wurden die Fotos ganz ordentlich (Thanks stranger!)
- Heute
- Flohmarkt (Paddy’s Market…Was heißt eigentlich Plagiatsvorwurf auf chinesisch!?)
- Darling Harbour (Ja…auch schön)
Australien Wildlife World (Schlangen, Spinnen und alles was sonst so in Australiens Wildness umherkriecht oder hüpft. Absolutes Highlight für Silke: Foto mit Koala. Wie auf dem Bild zu erkennen, ist „Charly“ (so heißt der wilde Geselle) extrem aufgeregt über unseren Besuch…der kriegte sich gar nicht mehr ein, so gefreut hat der sich!)
- Mit der Fähre unter der Hafenbrücke durch zum Circular Quay (Aufgemerkt Australienfreunde: Billiger als eine Hafenrundfahrt sind die Fähren, die Rund um Sydney herumfahren. Einfach eine Fähre besteigen und billig von A nach B kommen und dabei noch ‘ne Hafenrundfahrt obendrauf bekommen)
- Flohmarkt in The Rocks (Nachdem der erste Flohmarkt nich so pralle war, noch ein anderer Flohmarkt, diesmal in The Rocks. Und diesmal auch deutlich besser)
Besuch des Löwenbräu Biergartens (Nach dem Besuch des Oktoberfests in Pretoria und Kapstadt (ach ja, und München natürlich), durfte das natürlich nicht fehlen…“Pfundig, saog i„)
- Führung im Opera House (Naja, nicht ganz so „Pfundig“ wie der Eintrittspreis vermuten lies. Das Interiour des von außen so schönen Opernhauses gleicht in seiner zeit- und geschmacklosen Einrichtung dem Einrichtungsstil der Alten Oper in Frankfurt. Wer da schon ‘mal drin war, kann sich recht gut vorstellen wie’s im Inneren der Oper in Sydney aussieht…nun ja. Soll ja mal Zeiten gegeben haben, da fand man das schön…)
So, wie gesagt. Ab morgen sind wir in Cairns und dann (nach einem Abstecher nach Norden) wieder auf dem Weg nach Sydney…schöner Gedanke hier nochmal herzukommen…
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City of possibilities
„Singapore – City of possibilities“ – der selbstauferlegte Werbespruch der Metropole am südchinesichen Meer müsste in meinen Augen eher „Singapore – City of Shopping Malls“ heißen. Die Dichte der Shopping Malls in Downtown Singapore ist wohl kaum zu übertreffen. Wer kauft das ganze Zeugs eigentlich was die hier alles anbieten? Nun scheinbar die… was eigentlich… „Singaporianer“? Klingt mehr wie ne Spezies aus Star Trek. Wie auch immer, der Kleiderschrank der Einheimischen muss jeweils mehrere Hektar groß sein. Sonst würden die Geschäfte hier nicht so gut laufen.
Ferner muss an dieser Stelle mal mit einem landläufig verbreiteten Irrglaube aufgeräumt werden in Singapore ist alles gaaanz sauber. „Da liegt kein Papier auf der Straße!“ So ist es nun nicht. Es ist sauber, aber auch hier klebt der ein oder andere Kaugummi an der Straße und liegt da und dort Müll rum.
Singapore als Stadt ist schön. Die Lage und die Skyline der Stadt sind wirklich beeindruckend.
Auch die Menschen sind nett und helfen einem sehr gerne teilweise unaufgefordert, wenn sie nur sehen, daß man gerade seinen Stadtplan vor sich ausgefaltet hin und her dreht, um die Orientierung zu bekommen. Klar, die Singaporianer sind nicht alle in der Arbeiterwohlfahrt und von morgens bis abends unterwegs um Touristen Gutes zu tun. Zum Beispiel einer unserer Busfahrer. Dem fiel irgendwann an einer Bushaltestelle ein, daß jetzt mal Zeit für ‘ne Pause wäre. Deswegen müssten alle aus dem Bus raus und auf den Nächsten warten…“I’m sorry guys“ war dann auch schon die gesamte Erklärung. Da wird der Werbespruch „City of possibilities“ unverhofft mit Leben gefüllt. Toll, dieses locker leichte Lebensgefühl! Oder: So hat wohl jedes Land seine GdL (Gewerkschaft der Lokomotivführer) bzw. GdB (Gewerkschaft der Busfahrer).
Die so unplanmäßig eingelegte Pause bis zum nächsten Bus haben wir mit Sushi essen verbracht. Mein Einwand, daß Sushi ja wohl eher nach Japan gehört, wir hier aber in Singapore seien (was wohl dem Bestellen von schwedischen Köttbullars in Sizilien gleichkommt), wurde nicht stattgegeben. Mit „Die essen hier auch Reis.“, war die Diskussion beendet und ich hatte mich gefälligst auf Sushi einzustellen.
Das Sushi Restaurant hat, wie jeder geschlossene Raum mit mehr als 10cm³, natürlich auch eine Klimaanlage. Anders wäre es bei dieser Luftfeuchtigkeit auch kaum irgendwo auszuhalten. Jetzt ist die Bedienung einer Klimaanlage wohl eindeutig mentalitätsabhängig. Wärend in Europa Klimaanlagen zwischen „angenehm“ und „etwas kühl“ arbeiten, brummen die Anlagen hier am Anschlag. Alles was einen Raum nicht dauerhaft unterhalb der gefühlten 5°C halten kann, ist kaputt oder für Europäer. Als HNO-Arzt muss man sich hier eine goldene Nase verdienen, soviele Nasen- und Stirnhöhlenentzündungen wie es hier geben muss (Nießende Menschen zumindest hört man überall…ob es sich dabei um verweichlichte Touristen handelt oder um abgehärtete Einheimische konnte allerdings nicht abschließend geklärt werden).
Nach dem Shusi ging unser Touriprogramm weiter. Anbei kurz eine Auflistung der von uns u.a. abgehakten Ziele:
- Chinatown (kleiner als erwartet und nicht ganz so abgeschlossen wir z.B. in San Fransisco)
- Little India (mit einem sehr interessant riechendem Markt. (Was heißt eigentlich Gesundheitsamt auf Englisch!?))
- Arab Street (eigentlich nur eine Strasse mit einer Moschee und vielen Geschäften mit bunten Tüchern)
- Der Hafen (inkl. Hafenrundfahrt. Sehr schöner Blick auf die Skyline)
- Sentosa Island (eine Kreuzung zwischen Disneyland, Palmengarten und einer Shopping Mall)
- Botanischer Garten (sehr schön und überraschend groß)
Alles in allem ein sehr gelungener Zwischenstop, der an dieser Stelle auf jeden Fall weiter zu empfehlen ist, wenn man mal gerade in der Gegend ist…
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Ritas Welt
Das Beste am Fliegen, wie bereits erwähnt, ist das Entertainment Programm (und das Essen…oder vielmehr das gespannte Warten ob das,
was einem da als Essen präsentiert wird, auch wirklich als Essen durchgeht).
Unsere Entertainment-Programmwahl auf dem Flug gestaltete sich wie folgt:
Silke:
- Shreck the third
- Meet the Robinsons
- „nen Frauenfilm“ (!?)
Dirk:
- Shreck the third
- Friends (eine Folge)
- Simpsons (zwei Folgen)
- Futurama (eine Folge)
- Da Ali G Show (eine Folge)
- Ritas Welt (eine Folge)
Ja genau Ritas Welt aus’m RTL. So sieht sie also aus die deutsche TV-Export Hitliste. Ganz oben: Ritas Welt und dann lange nichts mehr…so lange, das
Ritas Welt die einzige dt. Produktion im Singapore Airways On-Demand TV Programm ist.
Nun ist es wohl dem Blutmangel im meinem Hirn zuzuschreiben (in 11km Höhe passieren ja die lustigsten Dinge mit dem Körper…), daß ich mir freiwillig
die nervige rheinische Frohnatur Gabi Köster als Kassiererin Rita irgendwo über dem Hindukusch ansehe. (Das wäre mal was für Peter Klöppel in RTL Aktuell: „Maschine der Singapore Airlines muß in Kabul notlanden, da mehrere Passagiere nach Genuß einer Folge Ritas Welt einen Nervenzusammenbruch erleiden. Wir schalten jetzt zu Antonia Radosch ins über 10000 Kilometer entfernte Singapore…“)
Nun ja, ich hab’s überlebt und ich habe auch keinen Nervenzusammenbruch bekommen. Aber das ist wahrscheinlich auch den lustigen Dingen zuzuschreiben die einem in 11km Höhe passieren…man kann sich Dinge angucken, die man am Boden nie sehen würde.
Wie auch immer, wir beide haben den Flug soweit unbeschadet überstanden und sind im schwül warmen Singapore angekommen, wo wir jetzt versuchen unsere Körper zu übereden, daß 6 Stunden Zeitverschiebung doch total easy sind…


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Die Macht der Vollidioten
Am Montag geht’s los…auf nach Singapore und danach weiter nach Sydney….und dann weiter nach Cairns….und dann mit dem Campervan wieder nach Sydney…dann wieder nach Singapore und zurück nach Frankfurt.
Dank Seatguru.com sollte der Flug sogar einigermaßen entspannt über die Bühne gehen….zumindest für den Teil der Reisegruppe der immer und überall schlafen kann. Der andere Teil, dem ich angehöre, kann eigentlich im Sitzen sowieso nicht schlafen, was der gefühlten guten Laune mit zunehmender Reisezeit einen größerwerdenden Dämpfer verpasst. Da bleibt dann eigentlich nur das Entertainment Programm an Board:
Hier das Programm von Singapore Airlines für August 07 (…falls es noch wen interessiert…)
- Shrek the Third (Yeah!!!)
- Spider-Man 3 (Yeah!!!)
Der Rest ist mir als bekennender Nicht-Cineast völlig unbekannt…
Auch das TV Programm lässt Hoffnung keimen:
- Ali G in Da USA (Yeah!!!)
- Friends (Yeah!!!)
- Futurama (Super-Yeah!!!)
- The Simpsons (Super-Yeah!!!)
Das beste Unterhaltungsprogramm ist aber natürlich immer noch das „Saftschubsen-Ballett“ zu Beginn jedes Fluges. ![]()
Besonders schön ist immer wieder die Vorführung der quitschgelben Rettungswesten, die nach ruckartigem Ziehen an einer kleinen Kordel -Perpetuum Mobile gleich- in der Lage sind sich selbst aufblasen. Die Gesetze der Thermodynamik
scheinen aufgehoben, der Energieerhaltungssatz war schon immer Schrott!
Prima Sache solche Rettungswesten…sie haben nur ein Problem: Die Macht der Vollidioten.
Die oben gezeigte Boeing747-412 hat Platz für 359 Passagiere. Nehmen wir mal an, 10% der Weltbevölkerung (und damit der Passagiere) sind Vollidioten. (Ich überlasse an dieser Stelle dem Leser diesen Prozentsatz evtl. anzupassen)
D.h. statistisch sitzen etwa 35 (der 0.9′tel Vollidiot der mathematisch noch fehlt ist bestimmt nicht lebensfähig….) Vollidioten in der Maschine. Nun, was ist so schlimm daran?
Hier kommen die quitschgelben Rettungswesten ins Spiel. Eigenart dieser Rettungwesten ist, daß sie erst ihre magische Selbstaufblasung entfalten sollen, wenn der Passagier bereits aus einem der 10 Notausgänge geklettert ist.
Werden die Rettungswesten vorher ausgelöst (z.B. von einem in Panik geratenden Vollidiot), ist Bewegungsfähigkeit des Vollidioten so eingeschränkt, daß er mit seiner aufgeblasenen, supersperringen quitschgelben Rettungsweste nicht mehr aus dem Flugzeug kommt und der Ausgang verstopft.
Bei homogener Verteilung der Vollidioten in der o.g. Boeing blockieren also jetzt („in the unlikely case of an emergency“) 3.5 Vollidioten mit aufgeblasener quitschgelben Rettungsweste jeweils einen Ausgang.
Da ist sie also: Die (zugegebenerweise gruppendynamische) Macht der Vollidioten.
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Echte Kerle
Wo gibt’s noch echte Männer?
Nachdem der Marlboroman elendig an seiner ständigen Qualmerei verendet ist, gestaltet sich die Suche nach echten Männern schwierig…
Vielleicht im Stahlwerk? —Hm, wohl nicht wirklich.
Die taz hat sie gefunden! In einem Knast in Manila:
Radio GAGA
Thriller (der große Durchbruch)
Sister Act
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