Von Körnern, Kakadus und Koalas

In Mission Beach konnten wir endlich mal die uns empfohlenen „Big4″-Campingplätze testen. Daumen hoch für diese Campingplatzkette. Im Vergleich zu anderen Plätzen sehr aufgeräumt, organisiert und sauber…und mit auffällig vielen Rentnern. Die Australier sind scheinbar ein Volk der Camper. Überall auf den Campingplätzen begegnen einem campende Australier.
Auch scheinen die Australier ein Volk von Müsli-Essern zu sein. Zu unserer Freude gibt es hier in jedem Supermarkt eine großer Auswahl verschiedenster Müslis. Bisher dachte ich, Müsli wäre typisch deutsch…zumindest in Kalifornien war Müsli eher ein Luxusartikel.

Nach nur einer Nacht in Mission Beach ging es gestern weiter nach Townsville. (Für unsere Freunde mit dem Finger auf der Landkarte: Weiter nach unten)
Von Townsville fahren die Fähren nach Magnetic Island. Einem 52km² großen Eiland acht Kilometer vor der Küste. Hier soll es angeblich Koalas in freier Wildbahn zu sehen geben. Über unser Glück mit den australischen Wildtieren habe ich ja bereits an dieser Stelle berichtet. Mittlerweile haben wir zumindest lebende Wallabies und Kanguruhs gesehen. Aber so wirklich erquickend war die Ausbeute an Wildtiersichtungen bisher noch nicht. Das „lustigste“ sind eigentlich immer noch die „Lorikeets“ die wir hier auf dem Capmingplatz in Townsville haben. Die bunten Papageien treffen sich morgens zu Duzenden auf den Bäumen unseres Campingplatzes und halten erstmal ausführlich untereinander Schwätzchen. Die Lautstärke in der die neusten Papageiennachrichten erzählt werden ist beeindruckend. Wer bis jetzt noch nicht wach war, ist es jetzt.

Guten Mutes brechen wir also heute morgen im Regen (ja wiedermal (leichter) Regen!) nach Magnetic Island auf. Dort angekommen, fahren wir weiter mit dem Bus an die Horseshoe Bay im nördlichen Teil der Insel. Das Wetter wechselt, die Sonne kommt raus und ich sehe meinen ersten freilebenden Kakadu :-)
Wobei Sichten auch bei Kakadus wohl erstmal mit Hören verbunden ist. Irgendwo am Rande des Strandes tobte eine wilde gefiederte Auseinandersetzung, die ich mir näher ansehen wollte. Einer der Beteiligten (der Lautstärkste) war eine wunderschöner weiß-gelber Kakadu, der sich gerade mit 2 schwarz-weiß gefiederten Raben über die aktuellen Baumbesitzansprüche einigte.
Na, so kann’s weiter gehen! Wir fangen an zu wandern, zurück Richtung Fähre. Die Köpfe immer mal nach oben um evtl. verschlafen rumhängende Koalas zu sichten, mal nach unten um evtl. Schlangen auszuweichen. Wir rennen von einer schönen Bucht in die andere, sehen aber keine Koalas. Auch sonst hüpft, kriecht, fliegt hier nicht viel. Der Rest der Insel scheint nahezu steril zu sein!
Als das Wetter am Nachmittag wiedermal kippt und es anfängt zu regnen, brechen wir unsere Suche ab. Laut Werbeprospekt muss man hier nur an den Bäumen schütteln und die kleinen Bärchen fallen einem in die Arme, aber nix is. Guten Tag, ich will mein Geld zurück!
Kurzum, Magnetic Island ist landschaftlich ganz schön, aber das Wildlife hält sich dort nach unserer Erfahrung genauso versteckt, wie auf dem Rest des Kontinents.

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