Weblog-Archiv für 20. August 2007|Tagesarchiv
Von Körnern, Kakadus und Koalas
In Mission Beach konnten wir endlich mal die uns empfohlenen „Big4″-Campingplätze testen. Daumen hoch für diese Campingplatzkette. Im Vergleich zu anderen Plätzen sehr aufgeräumt, organisiert und sauber…und mit auffällig vielen Rentnern. Die Australier sind scheinbar ein Volk der Camper. Überall auf den Campingplätzen begegnen einem campende Australier.
Auch scheinen die Australier ein Volk von Müsli-Essern zu sein. Zu unserer Freude gibt es hier in jedem Supermarkt eine großer Auswahl verschiedenster Müslis. Bisher dachte ich, Müsli wäre typisch deutsch…zumindest in Kalifornien war Müsli eher ein Luxusartikel.
Nach nur einer Nacht in Mission Beach ging es gestern weiter nach Townsville. (Für unsere Freunde mit dem Finger auf der Landkarte: Weiter nach unten)
Von Townsville fahren die Fähren nach Magnetic Island. Einem 52km² großen Eiland acht Kilometer vor der Küste. Hier soll es angeblich Koalas in freier Wildbahn zu sehen geben. Über unser Glück mit den australischen Wildtieren habe ich ja bereits an dieser Stelle berichtet. Mittlerweile haben wir zumindest lebende Wallabies und Kanguruhs gesehen. Aber so wirklich erquickend war die Ausbeute an Wildtiersichtungen bisher noch nicht. Das „lustigste“ sind eigentlich immer noch die „Lorikeets“ die wir hier auf dem Capmingplatz in Townsville haben. Die bunten Papageien treffen sich morgens zu Duzenden auf den Bäumen unseres Campingplatzes und halten erstmal ausführlich untereinander Schwätzchen. Die Lautstärke in der die neusten Papageiennachrichten erzählt werden ist beeindruckend. Wer bis jetzt noch nicht wach war, ist es jetzt.
Guten Mutes brechen wir also heute morgen im Regen (ja wiedermal (leichter) Regen!) nach Magnetic Island auf. Dort angekommen, fahren wir weiter mit dem Bus an die Horseshoe Bay im nördlichen Teil der Insel. Das Wetter wechselt, die Sonne kommt raus und ich sehe meinen ersten freilebenden Kakadu ![]()
Wobei Sichten auch bei Kakadus wohl erstmal mit Hören verbunden ist. Irgendwo am Rande des Strandes tobte eine wilde gefiederte Auseinandersetzung, die ich mir näher ansehen wollte. Einer der Beteiligten (der Lautstärkste) war eine wunderschöner weiß-gelber Kakadu, der sich gerade mit 2 schwarz-weiß gefiederten Raben über die aktuellen Baumbesitzansprüche einigte.
Na, so kann’s weiter gehen! Wir fangen an zu wandern, zurück Richtung Fähre. Die Köpfe immer mal nach oben um evtl. verschlafen rumhängende Koalas zu sichten, mal nach unten um evtl. Schlangen auszuweichen. Wir rennen von einer schönen Bucht in die andere, sehen aber keine Koalas. Auch sonst hüpft, kriecht, fliegt hier nicht viel. Der Rest der Insel scheint nahezu steril zu sein!
Als das Wetter am Nachmittag wiedermal kippt und es anfängt zu regnen, brechen wir unsere Suche ab. Laut Werbeprospekt muss man hier nur an den Bäumen schütteln und die kleinen Bärchen fallen einem in die Arme, aber nix is. Guten Tag, ich will mein Geld zurück!
Kurzum, Magnetic Island ist landschaftlich ganz schön, aber das Wildlife hält sich dort nach unserer Erfahrung genauso versteckt, wie auf dem Rest des Kontinents.
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When the going get tough…
Im Regen ging es vom Cape Tribulation zu den Atherton Tablelands etwas ins
Landesinnere. (Für die Leute mit dem Finger auf der Landkarte: Vom Cape Tribulation nach links unten…). Vorbei an der Touristadt Kuranda immer weiter ins Landesinnere Richtung Atherton. Zwischendurch machten wir Halt an einer Farm am Rand des Highways, um uns mit frischem Obst einzudecken. Mandarinen, Orangen, Tomaten, Auberginen, Bananen alles frisch vom Baum/Strauch…für wenig Geld. Am Strassenrand, als ständiger Begleiter: tote Wallabies/Kanguruhs. Von den Wildunfällen hatten wir schon viel gehört vor allem in der Nacht soll es nicht ohne sein, hier zu fahren.
Zwischendurch Halt an einem Vulkankratersee und immer weiter ins Landesinnere. Bis spätestens 21:00h sollten wir an unserem Ziel angekommen sein: dem Campingplatz im Undara Volcanic National Park. Unser Problem: Das Wetter wird hier oben immer schlechter, neben dem Regen stellt sich jetzt auch noch Nebel ein und „bei der einbrechenden Dämmerung ist mit baldiger Dunkelheit zu rechnen.“ (Die kursiv gesetzte Weisheit ist aus einer Bundeswehr ZBV für den Soldaten zu Land…hat sich doch gelohnt jedient zu haben!) Mit Dunkelheit ist hier momentan so schon geben 6-7 Uhr zu rechnen, also recht früh.
Auch gegen meinen Ratschlag hin die Reise auf halben Weg in Ravenshoe abzubrechen und den Nationalpark, Nationalpark sein zu lassen, gibt Silke nicht auf. Eine Frau (fast) alleine gegen die Elemente. Einige Strassenabschnitte sind nur mit 20km/h befahrbar, weil man fast nichts sieht. Aber wir bahnen uns weiter unseren Weg. When the going get though, the tough get’s going.
Irgendwo hinter den Misty Mountains (die heißen wirklich so!) verschwindet wenigstens der Nebel und die Fahrt wir etwas angenehmer…aber nicht lange. Hier hinten fängt das Outback an und „normale“ Straßen hören auf. Aus zwei asphaltierten Spuren wird eine, die links und rechts mit jeweils 2 Metern planiertem roten Schotterweg flankiert ist. Sobald Gegenverkehr auszumachen ist, fährt jeder der Verkehrsteilnehmer halb nach links auf den Schotter um den jeweils anderern passiern zu lassen. Noch über 120km…Fahrt.
Jetzt haben wir einen Sattelschlepper vor uns. Das ist unsofern gut für uns, dass wenn irgendein Tier (Kanguruh, Kuh, Schaf, …) auf die Strasse rennt unser großer Freund das arme Vieh ordentlich filletiert und wir nur noch den Scheibenwischer betätigen müssen. Mount Garnet, unser Truckerfreund verabschiedet sich, wir fahren tapfer weiter.
Gegen 20:45h haben wir es dann tatsächlich geschafft. Der Eingang des Nationalparks ist erreicht. Jetzt noch schnell zur Lodge und gut is…
So schnell wird daraus leider nichts. Die bis hierhin wenigstens halbwegs asphaltierte Strasse geht jetzt in eine Schotterpiste über, die von der letzten Überfluttung über kleine betonharte Rillen verfügt. Der Wohnbereich unseres Campervans klappert das einem die Ohren wegfliegen und vor meinem geistigen Auge sehe ich uns schon mitten in der Nacht vor einem VW Bus Puzzle stehen.
20:58h es ist vollbracht wir stehen vor der Rezeption der Lodge. Einchecken, einparken, einschlafen.
Wieder, haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Einchecken, geht noch. Einparken nicht mehr so ganz. Der uns zugewiesene Campingground „13 or 14… take what’s free“ ist besetzt. Sowohl 13 als auch 14. Prima. Na, die haben’s hier aber organisatorisch voll raus. Ich gehe erst ‘mal zu Fuß weiter und suche irgendeinen freien Campingground. Nach minutenlangem sinnlosen Umherrirren erbamt sich ein älteres australisches Camperpärchen: „No problem. You can park here. No worries!“.
Endlichen wir können einparken und einschlafen…
Für den nächsten Tag haben wir eine Tour durch die Lavacaves gebucht. Die größten Lavahöllen der Welt gibt es hier zu sehen. Und sie sind wirklich gigantisch. Unterirdische Höhlen, die von Lavastörmen geformt wurden.
Und auch überirdisch ist es nicht weniger interessant. Das Outback. Eigentlich dachten wir, dass wir es auf unserer Ostküsten-Tour überhaupt nicht zu sehen bekommen, aber jetzt ist es da. Rote Erde, karge Vegetation…das Outback.
Gegen Mittag brechen wir schon wieder auf. Zurück Richtung Küste über Millaa Millaa, das in etwa so aussieht wie das Alpenvorland. Sogar Holsteiner Kühe gibt es hier. Die Illusion ist fast perfekt, würden da nicht die Palmen am Wegesrand stören. Tagesziel heute: Mission Beach.
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Die australiche Tierwelt…
…soll ja dem Hörensagen nach, gaaanz toll sein. Das können wir bisher nicht bestätigen. Außer ein paar ganz lustiger Vögelchen haben wir bisher noch nicht viel gesehen (wenn man mal das Great Barrier Reef nicht mitzählt). Keine Schlangen oder Spinnen (gut, daß wir die bisher noch nicht gesehen haben, ist jetzt nicht sooo schlimm), auch kein Känguruh oder Cassowary die laut Strassenschild hier hinter jeder Kurve lauern. Das Spektakulärste von dem ich berichten kann, ist ein ca. 3cm großer „Ohrenkneifer“ auf der Toilette des Campingplatzes in Cape Tribulation. Wenn das mal nicht sensationell ist…
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It’s the wrong one
…bekommt man auf einem australischen Campingplatz gesagt, wenn man versehentlich in den falschen Camper einsteigt.
Aufgemerkt Campingurlauber: Auf einem Campingplatz stehen viele Campler und viele sehen gleich aus (vor allem Nachts). Daher immer gut
merken welcher Camper der Deine ist und wo er steht. Sonst ist man (besser Frau) ganz schnell in…“the wrong one“
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