It’s the end of the world as we know it…and I fell fine

Nach langer Internetabwesenheit melden wir uns zurück. Die Internetverbindungen waren in letzter Zeit sehr rar bzw. teuer und schon gar nicht Wireless. Daher gibts jetzt umso mehr aufzuholen…
Nach unserem Billigflug mit JetStar von Sydney nach Cairns (so ziemlich der unbequemste Flug den ich bisher erlebt habe) verbrachten wir einen Tag in einer Jugendherberge in Cairns. Der Strom an deutschen Backpackern den wir noch in Sydney erlebt haben, riss hier auf einmal ab. Das Publikum erschien bunt gemischt. Cairns selbst ist nach Sydney -sagen wir mal- eher etwas dünne. So verstand der Taxifahrer auf der Fahrt vom Flughafen zum Hostel meine Frage: Wenn wir den jetzt endlich in die Stadt kämen…nicht so ganz recht. Ich meinte das Stadtinnere, also Downtown, mit engen Häuserschluchten, vielen hektischen Geschäftsleuten bei der Mittagspause usw.
Tja, dass war ja ein prima Einstand mit den Einheimischen. Wir waren nämlich schon Downtown und nicht in den Suburbs (Vororten), wie ich meinte. Ich merkte schon Cairns und ich werden gaaanz dicke Freunde. Bei genauer Betrachtung fingen die Missverständnisse jedoch schon vorher an. Die Leute hier “oben” haben nämlich einen ganz eigene Auffassung was die englische Sprache bzw. Aussprache angeht. Kurzum sie sprechen breitestes Slang, was den mir bekannten amerikanischen bzw. Oxford-englischen Dialakten nur bedingt ähnlich ist.
Beim ersten Kontakt mit oben bereits erwähnten Taxifahrer mussten sich meinen Ohren daher auch erstmal ca. 30 Sekungen neu ausrichten, bis sie überhaupt irgendetwas verstanden haben. Auf meine Frage, wieviel das Taxi zum Hostel den kosten solle, fing der Taxifahrer an und blapperte im breitesten Slang erstmal munter drauf los. Meinem Gesicht war wohl zu entnehmen, daß ich so überhaupt gar nichts verstand, sodass er anfing umzuformulieren. Das half mir natürlich auch nicht weiter. Ich dachte der will mich hochnehmen. Nach einer halben Minuten intensivsten Nichtverstehens auf meiner Seite, fing er dann eigentständig nochmal von ganz vorne an mit einem freundlichen: “G’day mate!” Das konnte ich dann so nach der 3 Wiederholung irgendwannmal erkennen und danach schien sich Ohr und Gehirn an den merkwürdig anmutende Kauderwelsch gewöhnt zu haben.
Zu Cairns selbst gibt’s nicht viel zu erzählen. Der Strand und das Meer waren eher enttäuschend, was aber bei Ebbe nicht wirklich verwunderlich ist.
Highlight in Cairns war der Empfang unseres Campervans. Die Leute bei der Vermietung waren sehr nett (teilweise deutschsprechend, was bei tech. Fragen doch immer nochmal hilft) und haben uns ein fast neues Auto (~4000km) hingestellt. Der umgebaute VW Bus hat alles was man sicht wünscht: Fernseher mit DVD-Player (an der justage des TV-Empfangs arbeiten wir noch…), Kühlschrank mit Gefrierkombi, 2 Gasplatten, Spüle, ein 2m Bett für uns und ein weiteres optionales 1,80m Bett falls mal Gäste kommen (…gut bisher kamen noch keine Gäste und es sieht auch nicht so aus, als würde spontan noch jemand vorbeikommen, aber man will ja vorbereitet sein…). Kurzum zufrieden starteten wir unsere Tour nach Cape Tribulation.
(Falls jemand mit dem Finger auf der Landkarte mitfährt…von Cairns aus nach oben)
Cape Tribulation ist für uns der nördlichste Punkt den wir mit dem Campervan erreichen können, denn danach geht’s nur noch per Allradantrieb weiter Richtung Norden. Cape Tribulation liegt mittem in einem der ältesten Regenwälder der Welt (dem ältesten Regenwaldes Australiens) und besteht eigentlich nur aus einem Shop, einem Campingplatz und einem Hostel mit einem weiteren Campingplatz. Hinter unserem Campingplatz war direkt der Strand (ca. 10m) über den das Foto wohl genug aussagt. Hier lässt es sich aushalten.
Am ersten Tag nach unserer Ankunft sind wir mit einem Guide (wirklich nur wir und der Guide!) auf eine Regenwaldtour gegangen. Wichtig auf der Wanderung war erstmal zu lernen, was wir alles anfassen dürfen und was lieber nicht. Die Blätter des Stinger Tree sollten wir lieber nicht anfassen, da er 2-3 Tage höllische Schmerzen auf der Haut verursacht, welche auch Wochen später immer mal wieder plötzlich auftauchen können. Im Extremfall, wenn zu große Hautflächen betroffen sind, ist auch ein außerplanmäßiges Ableben des Opfers drin. Die ganzen anderen lustigen Früchte und Pflanzen sollten wir auch nicht einfach so aus langeweile essen, da “most of the stuff here is extremly venomous.”. Schade, hatte ich mir doch in den Kopf gesetzt in den Urwald zu gehen und alles abzugrasen…naja, daraus wird wohl nix.
Auch wenn es jetzt vielleicht erstmal nicht so klingt, die Tour war Spitze! Mick, unser Guide, ist ein echter Regenwald-Aussie der sehr viel über den Regenwald zu berichten hatte. Die Cassowary Plum (Helmkasuar Pflaume) ist für den Menschen eigentlich exterm giftig (Leber und Nierenversagen). In extremer Verdünnung wir der Giftstoff jedoch als Aidsblocker benutzt.
Auch interessant für die nächste Hobbythek mit dem Thema “Heute, da maache mer uns Nasenspray”: Reist man der grünen Waldarmeise (ca. 1cm groß) den Hinterleib ab und quetsch sich den so gewonnenen Hintern in der eigenen Nase aus, bläst es einem ordentlich die Nebenhöhlen frei. Wer hätte das gedacht?
Mit freien Nebenhöhlen und müde vom Wandern ging es zum Abschluß an einen kleinen Creek in dem wir zur Abkühlung schwimmen durften.
Nach mehrfacher Rückfrage bei Mick bezüglich Crocodiles “and other dangerous animals” stand dem Badespaß nichts mehr im Wege, da Schnappi und seine Freunde definitiv nicht bis in diesen Teil des Flusses kämen…also bisher wären sie noch nie so weit oben am Creek gewesen.
Tag zwei startete mit Regen, endete mit Regen und es sollte auch nicht mehr zu regnen aufhören bis wir wieder aus Cape Tribulation draußen waren.
Bisher hatten wir immer Sonnenschein (evtl. leichte Wolken) und angenehme 20 + x Grad Celsius. Gerade an unserem Ausflugstags zum Great Barrier Reef fing es an zu Schütten was das Zeug hielt. Naja, heißt halt auch nun mal Regenwald die Ecke hier…
Für den Seegang unseres Katamarans hieß der Regen nichts Gutes. Der ein oder andere Passagier kämpfe mit seinem Frühstück, wärend wir uns (inkl. Frühstück) in die miefigen Neoprenanzüge quetscheten.
Die Passagiere auf dem Boot bestanden aus zwei Gruppen:

  • Gruppe 1: Die sportlich ambitionierten Taucher mit Tauchschein
  • Gruppe 2: Die Schnorchler

Wir waren bei den “Schnorchlies”. Als “Schnorchlie” bekommt man einen Neoprenanzug an, damit es einem im 22°C warmen Wasser nicht allzuschnell kühl wird, zieht sich lustige Pinguinflossen an, bekommt einen Taucherbrille mit Schnorchel und eine Poolnudel damit der Auftrieb besser ist. Als Taucher bekommt man einen Neoprenanzug und Pinguinflossen, zieht eine Taucherbrille auf um dann zu guter Letzt einen tonnenschweren Metalapparat auf den Rücken geschnalt zu bekommen. Damit wird man dann rückwärts über Board geworfen.
Als “Schnorchlie” lässt man sich hinten an Heck langsam ins Wasser platschen und paddelt dann gemütlich um das Boot herum. Der Warmbadetag lässt grüßen.
Zum Mittagessen sind die “Schnorlies” dann alle ganz schnell wieder an Board und als Erste beim Essen, während die Taucher noch im Wasser sind, bzw. zu spät zum Essen kommen, weil sie dich erstmal von der Ausrüstung befreien müssen.
Tja, so ist das nun mal in der Tierwelt. Die Alphatiere kommen immer zuerst an den Futternapf.
Nach dem Mittagessen gings dann nochmal etwas raus zum plantschen und danach zurück an Land.
Wie bereits erwähnt: Es regnete. Und die paar Tropfen von oben konnten dann die Begeisterung von dem, was man unter Wasser als tapferer “Schnorchlie” sah nicht wirklich trüben. Die buntesten und interessantesten Korallen direkt wenige Meter unter uns. Bunte Fische, die man sie bestenfalls nur aus dem Aquarium kennt. Einfach Wahnsinn!

Begeistert von unserer Great Barrier Reef Tour, sowie der Regenwaldtour gings es dann am Mittwoch ab Richtung Süden in die Atherton Tablelands…

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