Weblog-Archiv für 9. August 2007|Tagesarchiv

City of possibilities

„Singapore – City of possibilities“ – der selbstauferlegte Werbespruch der Metropole am südchinesichen Meer müsste in meinen Augen eher „Singapore – City of Shopping Malls“ heißen. Die Dichte der Shopping Malls in Downtown Singapore ist wohl kaum zu übertreffen. Wer kauft das ganze Zeugs eigentlich was die hier alles anbieten? Nun scheinbar die… was eigentlich… „Singaporianer“? Klingt mehr wie ne Spezies aus Star Trek. Wie auch immer, der Kleiderschrank der Einheimischen muss jeweils mehrere Hektar groß sein. Sonst würden die Geschäfte hier nicht so gut laufen.
Ferner muss an dieser Stelle mal mit einem landläufig verbreiteten Irrglaube aufgeräumt werden in Singapore ist alles gaaanz sauber. „Da liegt kein Papier auf der Straße!“ So ist es nun nicht. Es ist sauber, aber auch hier klebt der ein oder andere Kaugummi an der Straße und liegt da und dort Müll rum.
Singapore als Stadt ist schön. Die Lage und die Skyline der Stadt sind wirklich beeindruckend. Auch die Menschen sind nett und helfen einem sehr gerne teilweise unaufgefordert, wenn sie nur sehen, daß man gerade seinen Stadtplan vor sich ausgefaltet hin und her dreht, um die Orientierung zu bekommen. Klar, die Singaporianer sind nicht alle in der Arbeiterwohlfahrt und von morgens bis abends unterwegs um Touristen Gutes zu tun. Zum Beispiel einer unserer Busfahrer. Dem fiel irgendwann an einer Bushaltestelle ein, daß jetzt mal Zeit für ‘ne Pause wäre. Deswegen müssten alle aus dem Bus raus und auf den Nächsten warten…“I’m sorry guys“ war dann auch schon die gesamte Erklärung. Da wird der Werbespruch „City of possibilities“ unverhofft mit Leben gefüllt. Toll, dieses locker leichte Lebensgefühl! Oder: So hat wohl jedes Land seine GdL (Gewerkschaft der Lokomotivführer) bzw. GdB (Gewerkschaft der Busfahrer).
Die so unplanmäßig eingelegte Pause bis zum nächsten Bus haben wir mit Sushi essen verbracht. Mein Einwand, daß Sushi ja wohl eher nach Japan gehört, wir hier aber in Singapore seien (was wohl dem Bestellen von schwedischen Köttbullars in Sizilien gleichkommt), wurde nicht stattgegeben. Mit „Die essen hier auch Reis.“, war die Diskussion beendet und ich hatte mich gefälligst auf Sushi einzustellen.

Das Sushi Restaurant hat, wie jeder geschlossene Raum mit mehr als 10cm³, natürlich auch eine Klimaanlage. Anders wäre es bei dieser Luftfeuchtigkeit auch kaum irgendwo auszuhalten. Jetzt ist die Bedienung einer Klimaanlage wohl eindeutig mentalitätsabhängig. Wärend in Europa Klimaanlagen zwischen „angenehm“ und „etwas kühl“ arbeiten, brummen die Anlagen hier am Anschlag. Alles was einen Raum nicht dauerhaft unterhalb der gefühlten 5°C halten kann, ist kaputt oder für Europäer. Als HNO-Arzt muss man sich hier eine goldene Nase verdienen, soviele Nasen- und Stirnhöhlenentzündungen wie es hier geben muss (Nießende Menschen zumindest hört man überall…ob es sich dabei um verweichlichte Touristen handelt oder um abgehärtete Einheimische konnte allerdings nicht abschließend geklärt werden).
Nach dem Shusi ging unser Touriprogramm weiter. Anbei kurz eine Auflistung der von uns u.a. abgehakten Ziele:

  • Chinatown (kleiner als erwartet und nicht ganz so abgeschlossen wir z.B. in San Fransisco)
  • Little India (mit einem sehr interessant riechendem Markt. (Was heißt eigentlich Gesundheitsamt auf Englisch!?))
  • Arab Street (eigentlich nur eine Strasse mit einer Moschee und vielen Geschäften mit bunten Tüchern)
  • Der Hafen (inkl. Hafenrundfahrt. Sehr schöner Blick auf die Skyline)
  • Sentosa Island (eine Kreuzung zwischen Disneyland, Palmengarten und einer Shopping Mall)
  • Botanischer Garten (sehr schön und überraschend groß)

Alles in allem ein sehr gelungener Zwischenstop, der an dieser Stelle auf jeden Fall weiter zu empfehlen ist, wenn man mal gerade in der Gegend ist…

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Ritas Welt

Das Beste am Fliegen, wie bereits erwähnt, ist das Entertainment Programm (und das Essen…oder vielmehr das gespannte Warten ob das,
was einem da als Essen präsentiert wird, auch wirklich als Essen durchgeht).
Unsere Entertainment-Programmwahl auf dem Flug gestaltete sich wie folgt:
Silke:
- Shreck the third
- Meet the Robinsons
- „nen Frauenfilm“ (!?)
Dirk:
- Shreck the third
- Friends (eine Folge)
- Simpsons (zwei Folgen)
- Futurama (eine Folge)
- Da Ali G Show (eine Folge)
- Ritas Welt (eine Folge)
Ja genau Ritas Welt aus’m RTL. So sieht sie also aus die deutsche TV-Export Hitliste. Ganz oben: Ritas Welt und dann lange nichts mehr…so lange, das
Ritas Welt die einzige dt. Produktion im Singapore Airways On-Demand TV Programm ist.
Nun ist es wohl dem Blutmangel im meinem Hirn zuzuschreiben (in 11km Höhe passieren ja die lustigsten Dinge mit dem Körper…), daß ich mir freiwillig
die nervige rheinische Frohnatur Gabi Köster als Kassiererin Rita irgendwo über dem Hindukusch ansehe. (Das wäre mal was für Peter Klöppel in RTL Aktuell: „Maschine der Singapore Airlines muß in Kabul notlanden, da mehrere Passagiere nach Genuß einer Folge Ritas Welt einen Nervenzusammenbruch erleiden. Wir schalten jetzt zu Antonia Radosch ins über 10000 Kilometer entfernte Singapore…“)
Nun ja, ich hab’s überlebt und ich habe auch keinen Nervenzusammenbruch bekommen. Aber das ist wahrscheinlich auch den lustigen Dingen zuzuschreiben die einem in 11km Höhe passieren…man kann sich Dinge angucken, die man am Boden nie sehen würde.
Wie auch immer, wir beide haben den Flug soweit unbeschadet überstanden und sind im schwül warmen Singapore angekommen, wo wir jetzt versuchen unsere Körper zu übereden, daß 6 Stunden Zeitverschiebung doch total easy sind…

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