Archiv für August 2007|Monatliche Archivseite

Flickr Fotos jetzt mit GeoTags

Nach dem Hinweis, daß zum perfekten „2.0 Urlaub“ lediglich noch die GPS Informationen fehlen, habe ich dies nun nachgeholt. Einige der Photos auf Flickr sind jetzt GeoTaged, d.h. ihr könnt Euch auf der Landkarte ansehen, wo das Foto gemacht wurde.

Einfach zu meinen Flickr Fotos gehen und dann rechts in den Additional Information nach Taken in <irgendwo> suchen… :-)

Viel Spaß!

Die Sonne im Rücken

Einen schönen Titel hab’ ich mir da zurecht gelegt. Eigentlich wollte ich damit darauf anspielen, dass hier auf der Südhalbkugel die Sonne im Norden kulminiert und nicht – wie bei uns – im Süden. Dieser Fakt schlägt (wie schon in Südafrika) meinem (ich behaupte mal ganz kühn:) recht guten Orientierungssinn immer wieder ein Schnippchen. Wege zurück zum Auto o.ä. werden auf einmal unauffindbar, da ich felsenfest behaupte, wir müssten in die andere Richtung. Nach etwas überlegen, stelle ich fest, dass Westen/Osten gar nicht da sind, wo ich inital vermute. Die Sonne zeigt mir nicht mehr Süden an, sondern Norden. Vielleicht findet sich ja noch jemand dem es ähnlich geht, zwecks Gründung einer Selbsthilfegruppe (oder wahlweise Auftritte bei Britt am Mittag. Thema: „Hilf mir Britt ich weiß nicht mehr wo vorn und hinten ist„).
Das der Titel sich nun aber autonom so umdeutet, daß der Sonnenschein (oder zumindest das gute Wetter) im Norden bleibt und wir hier (mittlerweile deutlich weiter im Süden) in einen Jahrhunderregen reindonnern, dass konnte ja niemand wissen. Aber von vorne. Nach unserem Besuch auf Magnetic Island (Townsville) fuhren wir weiter Richtung Airlie Beach (man bewege den Finger auf der Landkarte weiter nach unten) um zu denWhitsunday Islands zu kommen. War das Wetter die letzten Tage eher durchwachsen, bot sich uns ein strahlend blauer Himmel, als wir mit dem Boot zu den Whitsunday Islands fuhren. Highlight eines jeden Whitsunday Island Besuchs ist sicherlich der Whitehaven Beach. Zurecht, wie ich meinen will. Denk Dir einen schönen, perfekten Strand aus und der Whitehaven Beach ist besser. Ich denke an dieser Stelle sprechen die Fotos wieder für sich. Das Weiß des Strandes ist so blendend, dass man mit dem Foto aufpassen muss, um nicht überzubelichten. ISO Zahl ganz runter, Blende ganz klein.
Nach dem Aufenthalt am Whitehaven Beach ging es mit dem Boot weiter zu Hook Island zum Schnorcheln. Zum zweiten Mal Schnorcheln am Great Barrier Reef. Wieder zwei Gruppen: Taucher und Schnorchlies, alles wie gehabt (Siehe auch hier).
Das Riff ist hier geschlossener und scheinbar größer (im vgl. zu Cape Tribulation), jedoch gibt es etwas weniger Fische bzw. die Fische sind auch etwas kleiner als in Cape Tribulation. Nichtsdestotrotz, wieder einmal eine tolle Erfahrung.
Eine tolle Erfahrung bei solchen Tagestouren sind auch immer die Leute, den man dort begegnet. Viele sehr nette, lustige Leute trifft man dort, aber auch immer wieder ein paar merkwürdige Unikate. So beehrten uns auf dieser Tagestour die (von uns so getauften):

  • Beckhams: Sie, spindeldürr modische kurzhaarfrisur und auffällig große Brille (wie die Engländer auf die Idee kommen können zu glauben, Viktoria Beckham sei eine Frau mit Klasse, muss mir nochmal jemand erklären). Er, kurzhaarschnitt, athletischer Oberkörper lässige Sonnenbrille und ordentlich Tatoos am Oberkörper. Beide ihres Zeichens Gesandte des Vereinigten Königreiches. „Rule Britania…“
  • The Ozbornes: Ohne Ozzy und Frau, dafür aber mit zwei Töchtern, die Kelly Ozborne zum verwechseln ähnlich sahen.
  • Horst Schlemmer mit Familie: Nur diesmal nicht aus Gräfenbroich, sondern aus der ehemals sowjetisch-besetzten Zone. Mutti und Vatti hatten sich gerade tierisch inne Haare (evtl. war das auch ihr normaler Umgangston), während die „kleine“ Tochter einfach nich in sonne Taucheranzuch rinne wollte.

Schön. Für Entertainment war also (auch Abseits der im Programmheft angekündigten Attraktionen) gesorgt.
(Möcht nicht wissen, welchen Spitznamen die für uns hatten: Die Piefkes oder irgendwie sowas vielleicht…)

Nach dem sehr gelungenen Ausflug auf die Whitsunday Islands fuhren wir am nächsten Tag weiter Richtung Eungella Nationalpark (sprich Young-g’lla ).
Eigentlich wollten wir da Übernacht bleiben, um ggf. Schnabeltiere zu sehen, doch leider war bei unserer Ankunft, die Touri-Info nicht besetzt, kein Ranger weit und breit und generell und sowieso gab’s nur einen Campingplatz für Zelte und nicht für prollige VW Transporter. Also, Planung ändern. Tagsüber Wandern im Nationalpark, abends zurück an die Küste nach Mackay um dort zu übernachten. Soweit alles ganz prima (Schnabeltiere haben wir natürlich nicht gesehen!), bis auf die Tatsache, dass Mackay (der Finger geht auf der Karte weiter nach unten) doch irgendwie größer als gedacht ist und wir -ohne Stadtplan- keine Ahnung haben, wo unser Campingplatz ist. Nach mehrfachen Durchfragen und kreuz und quer fahren durch die Stadt kamen wir dann schließlich an.
Am nächsten Tag waren wir auch schon wieder „on the road“, diesmal mit Ziel Hervey Bay (der Finger geht auf der Landkarte weit nach unten!).
Abfahrt 09:15h, Ankunft 19:28h (genau zwei Minuten bevor der Campingplatz dicht macht :-) ), mit kurzen Zwischenstop in Rockhampton. Die selbsternannte Rinderhauptstadt eignet sich hervorragend um ein ordentliches Steak zu verdrücken.
Die letzten zwei Stunden der Fahrt in strömenden Regen. Wir hatten schon im Radio gehört, dass die letzten zwei Tage für die Region um Fraser Island Sturmwarnung galt, hoften aber insgeheim, dass der Strum sich legen würde. Falsch gedacht. Der Strum war/ist immer noch da.
Als es dann heute morgen ‘mal nicht regnete und der Himmel sich einigermaßen milde gab, beschlossen wir eine Wale Watching Tour zu buchen (Touren nach Fraser Island gibt es momentan nicht, da niemand mit seinem Boot an die Stände der Insel kommt).
Zwei Stunden später sollten wir abgeholt werden. Nach 1 Stunde fing ein Orkan an zu wüten. Überall knickten Bäume um, es regnete wie in Strömen -> Tour abgesagt. Na toll.
Und was war nach dem Orkan…schönes Wetter mit Sonnenschein. Wir konnten sogar draußen im freien zu Abend essen. Gerade als wir naiver Weise wieder mit hoffnungsgetragener Planung für morgen anfangen wollten, fängt es wieder an zu regnen.
Kurzum, wir werden jetzt mal sehen, wie sich das Wetter weiter entwickelt (Laut Wetter.com gibt es erst am Sonntag Besserung). Momentan sieht es aber schlecht für unseren Besuch auf Fraser Island (der größten Standinsel der Welt) aus. Wir fahren morgen evtl. etwas weiter nach Rainbow Beach (weiter Richtung Süden) und versuchen es dort nochmal auf die Insel. Eigentlich wollen wir Fraser Island nicht verpassen, aber hier Tage lang mit Warten verlieren ist auch nicht so toll…

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Die australische Tierwelt 2

Was soll ich sagen? Koala, Schnabeltier und Cassowaries bleiben immer noch verschollen. Kanguruhs und Wallabies sind eine eher (sehr) seltene Erscheinung (zumindest in lebendem Zustand), aber die Vogelwelt legt sich schwer ins Zeug um die Versäumnisse der anderen Parteien irgendwie auszugleichen.
Nach meiner initialen Begegnung mit einem Kakadu (eher von weitem), haben sich dessen Kumpels auf dem Campingplatz von Airlie Beach in ganzen Gruppen zum morgendlichen Frühstück eingefunden…direkt über unserem Campervan: Sehr schön.
Auch die überall umherfliegenden Rainbow Lorrikeets konnte ich an einem Campingplatz in Mackay fast anfassen, da sie von einer alten Damen so angefüttert waren, dass sie menschliche Nähe schon überhaupt gar nichts mehr ausgemacht hat. Nebenbei sind noch ein paar Graukakadus vor die Linse gekommen. Auch sonst zeigen sich im Regenwald und auf den Campingplätzen ein Unzahl von Vögeln, die die aberwitzigsten Laute von sich geben.
So ist’s recht! Ich finde sowieso Koala, Kanguruhs und Schnabeltiere werden häufig überschätzt… ;-)

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Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren…

Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
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Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.
Ich werde mich nicht mehr über den Zustand von deutschen Strassen beschweren.

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Australien ist auch von der Entfernung her, ‘n ganz anderes Land

Frei nach dem wunderbaren Merksatz der Eintracht Frankfurt Legende Jürgen Grabowski: „Mexiko ist auch von der Entfernung her ‘n ganz anderes Land„, hier ein paar Dinge die Australien von Deutschland unterscheiden (wird bei Gelegenheit ergänzt und erweitert):

Australien hat ‘ne ganz andere Kekskultur
Während sich im heimischen Deutschland nach den 52(?) Zähnen des Leibnizkekses (wahlweise mit oder ohne Schokoseite) und der Prinzenrolle so ziemlich die Palette der Keksklassiker geleert hat, gibt es in Australien (ganz in englischer Tradition) Unmengen an Keksen. Ganze Supermarktreihen sind mit Keksen gefüllt: Gingernut cookies, Choclate chip cookies, Butternut snap cookies, Scotsh Finger, Milk arrow root, Teddybear, Choclate ripple, Milk coffee und so weiter und so fort. Auch werden Kekse bei jeder Gelegenheit gereicht. Wenn man mit dem Boot ablegt (z.B. zum Great Barrier Reef oder irgendwelchen Inseln) gibt’s erst ‘mal (neben dem obligatorischen Tee) ‘nen Keks. Bekommt man bei Singapore Airlines vor dem Start ein warmes aufgedampftes Erfrischungshandtuch, bekommt man hier halt ‘nen Keks. Wohl dem, der da nicht in Verwirrung gerät und versucht das Handtuch zu Essen und sich mit dem Keks das Gesicht abreibt…

Australien hat ne ganz andere Schokoriegelkultur
KitKat, Twix (OIdschool: Raider), Bounty, Mars, Snickers, Milkyway…ok, vielleicht fehlt noch der ein oder andere, aber dann sind des Deutschen Möglichkeiten eines Schokorigels auch schon erschöpft. Der Australier (wieder in englischer Tradition) greift hier raumfüllender in das Marktgeschehen ein: Cherry Ripe, Moro, Dairy milk, Boost, Dairy milk caramello, Picnic, Cadbury dream, Crunchie, Flake, Fry’s turkish delight, TimeOut sind nur wenige Ergänzungen zu den uns bekannten Riegelklassikern wie Snickers und Co.
Erstaunlich genug (wenn es ums Kulinarische aus der englischstammingen Küche geht): Einige der Dinger schmecken sehr gut, wie Selbstversuche beweisen.
(Selbstversuche mit australischer Lakritz hingegen endeten eher fatal: Wie kann man soviel Anisamroma in Lakritz bekommen? Chemisch gesehen ist der Lakritzbrei mehrfach an Anisaroma übersättigt…das kann eigentlich gar nicht funktionieren! Ich fordere die UNO auf, Lakritz zu einer Domäne der Skandinavier zu machen. Die wissen, wie man ‘ne starke Lakritz herstellt, dass es einem die Socken in den Schuhen auszieht!)

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Von Körnern, Kakadus und Koalas

In Mission Beach konnten wir endlich mal die uns empfohlenen „Big4″-Campingplätze testen. Daumen hoch für diese Campingplatzkette. Im Vergleich zu anderen Plätzen sehr aufgeräumt, organisiert und sauber…und mit auffällig vielen Rentnern. Die Australier sind scheinbar ein Volk der Camper. Überall auf den Campingplätzen begegnen einem campende Australier.
Auch scheinen die Australier ein Volk von Müsli-Essern zu sein. Zu unserer Freude gibt es hier in jedem Supermarkt eine großer Auswahl verschiedenster Müslis. Bisher dachte ich, Müsli wäre typisch deutsch…zumindest in Kalifornien war Müsli eher ein Luxusartikel.

Nach nur einer Nacht in Mission Beach ging es gestern weiter nach Townsville. (Für unsere Freunde mit dem Finger auf der Landkarte: Weiter nach unten)
Von Townsville fahren die Fähren nach Magnetic Island. Einem 52km² großen Eiland acht Kilometer vor der Küste. Hier soll es angeblich Koalas in freier Wildbahn zu sehen geben. Über unser Glück mit den australischen Wildtieren habe ich ja bereits an dieser Stelle berichtet. Mittlerweile haben wir zumindest lebende Wallabies und Kanguruhs gesehen. Aber so wirklich erquickend war die Ausbeute an Wildtiersichtungen bisher noch nicht. Das „lustigste“ sind eigentlich immer noch die „Lorikeets“ die wir hier auf dem Capmingplatz in Townsville haben. Die bunten Papageien treffen sich morgens zu Duzenden auf den Bäumen unseres Campingplatzes und halten erstmal ausführlich untereinander Schwätzchen. Die Lautstärke in der die neusten Papageiennachrichten erzählt werden ist beeindruckend. Wer bis jetzt noch nicht wach war, ist es jetzt.

Guten Mutes brechen wir also heute morgen im Regen (ja wiedermal (leichter) Regen!) nach Magnetic Island auf. Dort angekommen, fahren wir weiter mit dem Bus an die Horseshoe Bay im nördlichen Teil der Insel. Das Wetter wechselt, die Sonne kommt raus und ich sehe meinen ersten freilebenden Kakadu :-)
Wobei Sichten auch bei Kakadus wohl erstmal mit Hören verbunden ist. Irgendwo am Rande des Strandes tobte eine wilde gefiederte Auseinandersetzung, die ich mir näher ansehen wollte. Einer der Beteiligten (der Lautstärkste) war eine wunderschöner weiß-gelber Kakadu, der sich gerade mit 2 schwarz-weiß gefiederten Raben über die aktuellen Baumbesitzansprüche einigte.
Na, so kann’s weiter gehen! Wir fangen an zu wandern, zurück Richtung Fähre. Die Köpfe immer mal nach oben um evtl. verschlafen rumhängende Koalas zu sichten, mal nach unten um evtl. Schlangen auszuweichen. Wir rennen von einer schönen Bucht in die andere, sehen aber keine Koalas. Auch sonst hüpft, kriecht, fliegt hier nicht viel. Der Rest der Insel scheint nahezu steril zu sein!
Als das Wetter am Nachmittag wiedermal kippt und es anfängt zu regnen, brechen wir unsere Suche ab. Laut Werbeprospekt muss man hier nur an den Bäumen schütteln und die kleinen Bärchen fallen einem in die Arme, aber nix is. Guten Tag, ich will mein Geld zurück!
Kurzum, Magnetic Island ist landschaftlich ganz schön, aber das Wildlife hält sich dort nach unserer Erfahrung genauso versteckt, wie auf dem Rest des Kontinents.

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When the going get tough…

Im Regen ging es vom Cape Tribulation zu den Atherton Tablelands etwas ins Landesinnere. (Für die Leute mit dem Finger auf der Landkarte: Vom Cape Tribulation nach links unten…). Vorbei an der Touristadt Kuranda immer weiter ins Landesinnere Richtung Atherton. Zwischendurch machten wir Halt an einer Farm am Rand des Highways, um uns mit frischem Obst einzudecken. Mandarinen, Orangen, Tomaten, Auberginen, Bananen alles frisch vom Baum/Strauch…für wenig Geld. Am Strassenrand, als ständiger Begleiter: tote Wallabies/Kanguruhs. Von den Wildunfällen hatten wir schon viel gehört vor allem in der Nacht soll es nicht ohne sein, hier zu fahren.
Zwischendurch Halt an einem Vulkankratersee und immer weiter ins Landesinnere. Bis spätestens 21:00h sollten wir an unserem Ziel angekommen sein: dem Campingplatz im Undara Volcanic National Park. Unser Problem: Das Wetter wird hier oben immer schlechter, neben dem Regen stellt sich jetzt auch noch Nebel ein und „bei der einbrechenden Dämmerung ist mit baldiger Dunkelheit zu rechnen.“ (Die kursiv gesetzte Weisheit ist aus einer Bundeswehr ZBV für den Soldaten zu Land…hat sich doch gelohnt jedient zu haben!) Mit Dunkelheit ist hier momentan so schon geben 6-7 Uhr zu rechnen, also recht früh.
Auch gegen meinen Ratschlag hin die Reise auf halben Weg in Ravenshoe abzubrechen und den Nationalpark, Nationalpark sein zu lassen, gibt Silke nicht auf. Eine Frau (fast) alleine gegen die Elemente. Einige Strassenabschnitte sind nur mit 20km/h befahrbar, weil man fast nichts sieht. Aber wir bahnen uns weiter unseren Weg. When the going get though, the tough get’s going.
Irgendwo hinter den Misty Mountains (die heißen wirklich so!) verschwindet wenigstens der Nebel und die Fahrt wir etwas angenehmer…aber nicht lange. Hier hinten fängt das Outback an und „normale“ Straßen hören auf. Aus zwei asphaltierten Spuren wird eine, die links und rechts mit jeweils 2 Metern planiertem roten Schotterweg flankiert ist. Sobald Gegenverkehr auszumachen ist, fährt jeder der Verkehrsteilnehmer halb nach links auf den Schotter um den jeweils anderern passiern zu lassen. Noch über 120km…Fahrt.
Jetzt haben wir einen Sattelschlepper vor uns. Das ist unsofern gut für uns, dass wenn irgendein Tier (Kanguruh, Kuh, Schaf, …) auf die Strasse rennt unser großer Freund das arme Vieh ordentlich filletiert und wir nur noch den Scheibenwischer betätigen müssen. Mount Garnet, unser Truckerfreund verabschiedet sich, wir fahren tapfer weiter.
Gegen 20:45h haben wir es dann tatsächlich geschafft. Der Eingang des Nationalparks ist erreicht. Jetzt noch schnell zur Lodge und gut is…
So schnell wird daraus leider nichts. Die bis hierhin wenigstens halbwegs asphaltierte Strasse geht jetzt in eine Schotterpiste über, die von der letzten Überfluttung über kleine betonharte Rillen verfügt. Der Wohnbereich unseres Campervans klappert das einem die Ohren wegfliegen und vor meinem geistigen Auge sehe ich uns schon mitten in der Nacht vor einem VW Bus Puzzle stehen.
20:58h es ist vollbracht wir stehen vor der Rezeption der Lodge. Einchecken, einparken, einschlafen.
Wieder, haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Einchecken, geht noch. Einparken nicht mehr so ganz. Der uns zugewiesene Campingground „13 or 14… take what’s free“ ist besetzt. Sowohl 13 als auch 14. Prima. Na, die haben’s hier aber organisatorisch voll raus. Ich gehe erst ‘mal zu Fuß weiter und suche irgendeinen freien Campingground. Nach minutenlangem sinnlosen Umherrirren erbamt sich ein älteres australisches Camperpärchen: „No problem. You can park here. No worries!“.
Endlichen wir können einparken und einschlafen…

Für den nächsten Tag haben wir eine Tour durch die Lavacaves gebucht. Die größten Lavahöllen der Welt gibt es hier zu sehen. Und sie sind wirklich gigantisch. Unterirdische Höhlen, die von Lavastörmen geformt wurden.
Und auch überirdisch ist es nicht weniger interessant. Das Outback. Eigentlich dachten wir, dass wir es auf unserer Ostküsten-Tour überhaupt nicht zu sehen bekommen, aber jetzt ist es da. Rote Erde, karge Vegetation…das Outback.

Gegen Mittag brechen wir schon wieder auf. Zurück Richtung Küste über Millaa Millaa, das in etwa so aussieht wie das Alpenvorland. Sogar Holsteiner Kühe gibt es hier. Die Illusion ist fast perfekt, würden da nicht die Palmen am Wegesrand stören. Tagesziel heute: Mission Beach.

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Die australiche Tierwelt…

…soll ja dem Hörensagen nach, gaaanz toll sein. Das können wir bisher nicht bestätigen. Außer ein paar ganz lustiger Vögelchen haben wir bisher noch nicht viel gesehen (wenn man mal das Great Barrier Reef nicht mitzählt). Keine Schlangen oder Spinnen (gut, daß wir die bisher noch nicht gesehen haben, ist jetzt nicht sooo schlimm), auch kein Känguruh oder Cassowary die laut Strassenschild hier hinter jeder Kurve lauern. Das Spektakulärste von dem ich berichten kann, ist ein ca. 3cm großer „Ohrenkneifer“ auf der Toilette des Campingplatzes in Cape Tribulation. Wenn das mal nicht sensationell ist…

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It’s the wrong one

…bekommt man auf einem australischen Campingplatz gesagt, wenn man versehentlich in den falschen Camper einsteigt.
Aufgemerkt Campingurlauber: Auf einem Campingplatz stehen viele Campler und viele sehen gleich aus (vor allem Nachts). Daher immer gut
merken welcher Camper der Deine ist und wo er steht. Sonst ist man (besser Frau) ganz schnell in…“the wrong one“

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It’s the end of the world as we know it…and I fell fine

Nach langer Internetabwesenheit melden wir uns zurück. Die Internetverbindungen waren in letzter Zeit sehr rar bzw. teuer und schon gar nicht Wireless. Daher gibts jetzt umso mehr aufzuholen…
Nach unserem Billigflug mit JetStar von Sydney nach Cairns (so ziemlich der unbequemste Flug den ich bisher erlebt habe) verbrachten wir einen Tag in einer Jugendherberge in Cairns. Der Strom an deutschen Backpackern den wir noch in Sydney erlebt haben, riss hier auf einmal ab. Das Publikum erschien bunt gemischt. Cairns selbst ist nach Sydney -sagen wir mal- eher etwas dünne. So verstand der Taxifahrer auf der Fahrt vom Flughafen zum Hostel meine Frage: Wenn wir den jetzt endlich in die Stadt kämen…nicht so ganz recht. Ich meinte das Stadtinnere, also Downtown, mit engen Häuserschluchten, vielen hektischen Geschäftsleuten bei der Mittagspause usw.
Tja, dass war ja ein prima Einstand mit den Einheimischen. Wir waren nämlich schon Downtown und nicht in den Suburbs (Vororten), wie ich meinte. Ich merkte schon Cairns und ich werden gaaanz dicke Freunde. Bei genauer Betrachtung fingen die Missverständnisse jedoch schon vorher an. Die Leute hier „oben“ haben nämlich einen ganz eigene Auffassung was die englische Sprache bzw. Aussprache angeht. Kurzum sie sprechen breitestes Slang, was den mir bekannten amerikanischen bzw. Oxford-englischen Dialakten nur bedingt ähnlich ist.
Beim ersten Kontakt mit oben bereits erwähnten Taxifahrer mussten sich meinen Ohren daher auch erstmal ca. 30 Sekungen neu ausrichten, bis sie überhaupt irgendetwas verstanden haben. Auf meine Frage, wieviel das Taxi zum Hostel den kosten solle, fing der Taxifahrer an und blapperte im breitesten Slang erstmal munter drauf los. Meinem Gesicht war wohl zu entnehmen, daß ich so überhaupt gar nichts verstand, sodass er anfing umzuformulieren. Das half mir natürlich auch nicht weiter. Ich dachte der will mich hochnehmen. Nach einer halben Minuten intensivsten Nichtverstehens auf meiner Seite, fing er dann eigentständig nochmal von ganz vorne an mit einem freundlichen: „G’day mate!“ Das konnte ich dann so nach der 3 Wiederholung irgendwannmal erkennen und danach schien sich Ohr und Gehirn an den merkwürdig anmutende Kauderwelsch gewöhnt zu haben.
Zu Cairns selbst gibt’s nicht viel zu erzählen. Der Strand und das Meer waren eher enttäuschend, was aber bei Ebbe nicht wirklich verwunderlich ist.
Highlight in Cairns war der Empfang unseres Campervans. Die Leute bei der Vermietung waren sehr nett (teilweise deutschsprechend, was bei tech. Fragen doch immer nochmal hilft) und haben uns ein fast neues Auto (~4000km) hingestellt. Der umgebaute VW Bus hat alles was man sicht wünscht: Fernseher mit DVD-Player (an der justage des TV-Empfangs arbeiten wir noch…), Kühlschrank mit Gefrierkombi, 2 Gasplatten, Spüle, ein 2m Bett für uns und ein weiteres optionales 1,80m Bett falls mal Gäste kommen (…gut bisher kamen noch keine Gäste und es sieht auch nicht so aus, als würde spontan noch jemand vorbeikommen, aber man will ja vorbereitet sein…). Kurzum zufrieden starteten wir unsere Tour nach Cape Tribulation.
(Falls jemand mit dem Finger auf der Landkarte mitfährt…von Cairns aus nach oben)
Cape Tribulation ist für uns der nördlichste Punkt den wir mit dem Campervan erreichen können, denn danach geht’s nur noch per Allradantrieb weiter Richtung Norden. Cape Tribulation liegt mittem in einem der ältesten Regenwälder der Welt (dem ältesten Regenwaldes Australiens) und besteht eigentlich nur aus einem Shop, einem Campingplatz und einem Hostel mit einem weiteren Campingplatz. Hinter unserem Campingplatz war direkt der Strand (ca. 10m) über den das Foto wohl genug aussagt. Hier lässt es sich aushalten.
Am ersten Tag nach unserer Ankunft sind wir mit einem Guide (wirklich nur wir und der Guide!) auf eine Regenwaldtour gegangen. Wichtig auf der Wanderung war erstmal zu lernen, was wir alles anfassen dürfen und was lieber nicht. Die Blätter des Stinger Tree sollten wir lieber nicht anfassen, da er 2-3 Tage höllische Schmerzen auf der Haut verursacht, welche auch Wochen später immer mal wieder plötzlich auftauchen können. Im Extremfall, wenn zu große Hautflächen betroffen sind, ist auch ein außerplanmäßiges Ableben des Opfers drin. Die ganzen anderen lustigen Früchte und Pflanzen sollten wir auch nicht einfach so aus langeweile essen, da „most of the stuff here is extremly venomous.“. Schade, hatte ich mir doch in den Kopf gesetzt in den Urwald zu gehen und alles abzugrasen…naja, daraus wird wohl nix.
Auch wenn es jetzt vielleicht erstmal nicht so klingt, die Tour war Spitze! Mick, unser Guide, ist ein echter Regenwald-Aussie der sehr viel über den Regenwald zu berichten hatte. Die Cassowary Plum (Helmkasuar Pflaume) ist für den Menschen eigentlich exterm giftig (Leber und Nierenversagen). In extremer Verdünnung wir der Giftstoff jedoch als Aidsblocker benutzt.
Auch interessant für die nächste Hobbythek mit dem Thema „Heute, da maache mer uns Nasenspray“: Reist man der grünen Waldarmeise (ca. 1cm groß) den Hinterleib ab und quetsch sich den so gewonnenen Hintern in der eigenen Nase aus, bläst es einem ordentlich die Nebenhöhlen frei. Wer hätte das gedacht?
Mit freien Nebenhöhlen und müde vom Wandern ging es zum Abschluß an einen kleinen Creek in dem wir zur Abkühlung schwimmen durften.
Nach mehrfacher Rückfrage bei Mick bezüglich Crocodiles „and other dangerous animals“ stand dem Badespaß nichts mehr im Wege, da Schnappi und seine Freunde definitiv nicht bis in diesen Teil des Flusses kämen…also bisher wären sie noch nie so weit oben am Creek gewesen.
Tag zwei startete mit Regen, endete mit Regen und es sollte auch nicht mehr zu regnen aufhören bis wir wieder aus Cape Tribulation draußen waren.
Bisher hatten wir immer Sonnenschein (evtl. leichte Wolken) und angenehme 20 + x Grad Celsius. Gerade an unserem Ausflugstags zum Great Barrier Reef fing es an zu Schütten was das Zeug hielt. Naja, heißt halt auch nun mal Regenwald die Ecke hier…
Für den Seegang unseres Katamarans hieß der Regen nichts Gutes. Der ein oder andere Passagier kämpfe mit seinem Frühstück, wärend wir uns (inkl. Frühstück) in die miefigen Neoprenanzüge quetscheten.
Die Passagiere auf dem Boot bestanden aus zwei Gruppen:

  • Gruppe 1: Die sportlich ambitionierten Taucher mit Tauchschein
  • Gruppe 2: Die Schnorchler

Wir waren bei den „Schnorchlies“. Als „Schnorchlie“ bekommt man einen Neoprenanzug an, damit es einem im 22°C warmen Wasser nicht allzuschnell kühl wird, zieht sich lustige Pinguinflossen an, bekommt einen Taucherbrille mit Schnorchel und eine Poolnudel damit der Auftrieb besser ist. Als Taucher bekommt man einen Neoprenanzug und Pinguinflossen, zieht eine Taucherbrille auf um dann zu guter Letzt einen tonnenschweren Metalapparat auf den Rücken geschnalt zu bekommen. Damit wird man dann rückwärts über Board geworfen.
Als „Schnorchlie“ lässt man sich hinten an Heck langsam ins Wasser platschen und paddelt dann gemütlich um das Boot herum. Der Warmbadetag lässt grüßen.
Zum Mittagessen sind die „Schnorlies“ dann alle ganz schnell wieder an Board und als Erste beim Essen, während die Taucher noch im Wasser sind, bzw. zu spät zum Essen kommen, weil sie dich erstmal von der Ausrüstung befreien müssen.
Tja, so ist das nun mal in der Tierwelt. Die Alphatiere kommen immer zuerst an den Futternapf.
Nach dem Mittagessen gings dann nochmal etwas raus zum plantschen und danach zurück an Land.
Wie bereits erwähnt: Es regnete. Und die paar Tropfen von oben konnten dann die Begeisterung von dem, was man unter Wasser als tapferer „Schnorchlie“ sah nicht wirklich trüben. Die buntesten und interessantesten Korallen direkt wenige Meter unter uns. Bunte Fische, die man sie bestenfalls nur aus dem Aquarium kennt. Einfach Wahnsinn!

Begeistert von unserer Great Barrier Reef Tour, sowie der Regenwaldtour gings es dann am Mittwoch ab Richtung Süden in die Atherton Tablelands…

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